40 Jahre Alm-Porno-Kult im Dirndl und der Krachledernen

Auf_der_Alm_Viel nackte Haut, üppig gefüllte Dirndl-Dekolletés, schräg anmutender Humor, so eroberten Anfang der 70er die Macher von Lederhosen-Sexfilmchen Millionen Zuschauer.
Heimatfilme kamen beim deutschen Publikum schon immer gut an. „Auf der Alm da gibt’s koa Sünd“ war der Hit in den 70er Jahren, die „Liebesgrüße aus der Lederhos’n“ kennen wahrscheinlich die meisten Leser. Markenzeichen all dieser soften Pornoheimatschinken waren die heute eher albern wirkenden Anmachen fescher Älpler vor grandiosen Bergpanoramen.
Regisseur und „Softporno-König“ Franz Marischka bezeichnet auf Spiegel Online die „Liebesgrüße“ als den „bestbesuchtesten deutsche Film des Jahres“ 1973. Dem Riesenerfolg, der 1,2 Millionen Zuschauer anzog, vorangegangen waren Streifen wie „Alpenröschen im Dirndlhöschen“ oder „Pudelnackt in Oberbayern“. Das Konzept ging auf: Heimatfilm mit Erotikflair.
„Die Idee war, die sexuelle Revolution der späten 60er auch kommerziell auszuschlachten und für das Kleinbürgertum aufzubereiten“, sagte der Soziologe Sven Lewandowski zu Spiegel Online. Und Deutschland lag mit seinen Lederhosensofties weit hinter den in den USA aufgetauchten Hardcore-Pornos wie „Deep Throat“ (1972) zurück.
Dafür feierten die Produzenten der „Liebesgrüße aus der Lederhos’n“ mit insgesamt sieben Filmen der gleichen Machart Erfolge. „Kokosnüsse und Bananen“ war 1990 der letzte dieser Serie. Abgelöst wurden die Lederhosenkracher durch Home-Videos, die Hardcore-Pornografie auch in deutsche Wohnzimmer brachte, ohne dass sich die Zuschauer dafür in Bahnhofskiosken verstohlen herumdrücken mussten.

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