Alles inklusive

Alles inklusive

Alles inklusive

Doris Dörrie „Alles inklusive“
Verlag: Diogenes / 2013
S. 69 f.
„Noch so ein Wort, das die Deutschen lieben: Finca. Nein, ich glaube, das sollte ich Ihnen gar nicht zeigen, es passt so gar nicht zu dem, was Sie sich vorgestellt haben… Ja, so wird sie es machen, genau so. Jetzt muss sie nur beten, dass die afrikanischen Mädels noch nicht unterwegs sind, dass sie schlafen oder ihre Brut füttern, es ist ja erst Mittag, also kein Grund zur Sorge. […]
Susi will schon ins Lenkrad greifen, da tritt Angelitta auf die Bremse, das Auto kommt zum Stehen, und als sie sich mit dem Handy am Ohr wieder aufrichtet, hat Susi die Frau im Gebüsch bereits entdeckt. Unbeweglich sitzt sie auf einem winzigen Hocker, ihr riesiger schwarzer, nackter Hintern quillt über den Rand wie dunkler Teig, die Pobacken zerteilen ein rosa Tanga, dazu trägt sie einen rosa BH, von hinten sieht man ihre kunstvoll geflochtene Frisur. […]
Was macht die denn da?, fragt Susi erstaunt wie ein Kind. […]
Diese verdammten putas, denkt sie. Überall sitzen sie rum. Nirgendwo ist man mehr sicher vor ihnen, dort bewegt sich ein Schatten, da huschen ein paar schwarze Beine durchs Gebüsch, ein Stück grellbunter Stoff, ein leerer Hocker. […]
Würden Sie freiwillig Ihre Heimat verlassen und unter Lebensgefahr in winzigen Booten übers Mittelmeer schippern, nur um sich dann in der Fremde ins Gebüsch zu setzen und sich zu prostituieren, […]“

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