Anti-Porno vs. Treibstoffpreiserhöhung

No-Porn!

Die indonesische Regierung hat eine Anti-Porno-Abteilung (Task-Force) zur Überwachung und Durchsetzung des bereits 2008 verabschiedeten Gesetzes, welches den Besitz, Vertrieb und die Herstellung von Adult-Erzeugnissen verbietet, gebildet. Vorantreibend war in dieser Angelegenheit der Präsident Susilo Bambang Yudhoyono, der das absurde Anti-Pornografie-Gesetz vor mehr als drei Jahren gegen einen intensiven Widerstand breiter Teile der Bevölkerung durchgesetzt hat. “Die Abteilung wird unter dem Präsidenten arbeiten und diesem auch direkt berichten“ heißt es hierzu auf der Website der Regierung. Der Minister für religiöse Angelegenheiten, Suryadharma Ali wird als Vorsitzender der Exekutive auftreten und Agung Laksono, Minister für Soziales, kümmert sich um die Organisation der Abteilung. Weitere Mitglieder sind Linda Gumelar (Frauen und Jugend), Amir Syamsudin (Justiz und Menschenrechte) und Muhammad Nuh (Bildung und Kultur).
Die Meinungen zur Bildung der Task-Force gehen nicht nur im Ausland auseinander. „Die Task Force ist unnötig, weil es wichtigere Dinge gibt, die unsere Aufmerksamkeit brauchen, beispielsweise muss gegen die Korruption vorgegangen werden.“, gab der Politiker Pramono Anung in einem Interview zu bedenken. Andere vermuten, dass das Vorpreschen in Sachen Pornografie lediglich von der Erhöhung bei den Treibstoffpreisen ablenken soll.
Unabhängig von den Beweggründen bleibt die Sorge vor den Folgen des Durchgreifens. Denn das 2008 erlassene Gesetz ist sehr schwammig in der Definition der Pornografie. Demzufolge ist Pornografie sinngemäß jegliche mediale Darstellung und/oder jegliches öffentliche Auftreten, das zu Obszönitäten und/oder sexueller Ausbeutung führt und/oder die moralischen Werte der Gemeinschaft verletzt. Was so viel heißt, dass auch ein Akt-Bild von einem Künstler als Pornografie abgestempelt und juristisch verfolgt werden kann.

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