Erotik im Netz – vom angeblich leicht verdienten Geld

MyDirtyHobby

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Den Namen Fabian Thylmann kannte bis zum Dezember 2012 kaum jemand. Dann prangten überall ähnliche Headlines auf den Portalen der deutschen Tageszeitungen: „Porno-König an Deutschland ausgeliefert“ (BILD), „Deutscher Online-Mogul festgenommen“ (HEISE), „YouPorn-Chef an Deutschland ausgeliefert“ (WELT).
Auch BERLINintim berichtete.
Aber, wie die BILD-Zeitung wissen will: „Thylmanns Sex-Portale „YouPorn“, „PornHub“, „My Dirty Hobby“ und andere sind unabhängig von der Festnahme weiter online. Vielleicht werden sie sogar so gut besucht wie selten zuvor.“
Angesichts dieser Nachricht machte sich unlängst sogar die Radiosendung „Breitband“ des Öffentlich-Rechtlichen Senders DRadio Kultur auf, einmal nachzufragen, wie leicht oder schwer sich mit Erotik, Sex und Pornos im Internet Geld verdienen lässt.
Die ökonomischen Dimensionen von Internet-Pornographie seien riesig, behaupteten die Moderatoren und erwähnten noch einmal den Umsatz des verhafteten Thylmann, dessen Firmenimperium „jährlich mehrere hundert Millionen Euro Umsatz“ erwirtschaftet.
Ein unerkannt bleiben wollender Mann, der mit Porno-Werbung im Internet zwischen 2000 und 3000 Euro monatlich verdienen will, hatte dem Journalisten Moritz Metz in der oben erwähnten Radiosendung Rede und Antwort gestanden.
Doch das sogenannte AffiliateMarketing ist in der Pornobranche längst nicht so einfach und sicher zu handhaben wie die Werbung, die Blogger zu weniger „schmuddeligen“ Beiträgen auf ihren Webseiten, Bloggs und in Broadcasts schalten. Auch das Geld, das der Pornovetreiber in Eigenregie mit 12-14 Stunden-Tagen am PC verdiente, war laut seiner Aussage nicht immer sicher. Die Firmen, die mit – im Grunde genommen den Kunden betrügenden und zum Kauf verlockenden Pornoschnipseln locken wollen, zahlen ihrer Provisionen nur auf dubiose Auslandskreditkarten. Schließen diese Banken mit Firmensitz auf rechtsfreien Inselstaaten plötzlich, hat der Werbetreibende keine Chance, seinen Erwerb einzuklagen.
„Pro Sekunde suchen 30.000 Menschen Erotikseiten im Internet auf“, 12 Prozent aller Webseiten seien pornografischen Inhalts, lockt ein Franchisegeber in einem einführenden Video und verspricht bei Bestellung und Einrichtung dieser dort zu erwerbenden Produkte, einen mehreren hundert Euro Umsatz pro Monat.
Auf der Seite www.erotik-franchise.com ist im Gegensatz zu vielen anderen Seiten relativ schnell deutlich, wieviel Geld man erst einmal investieren muss, um an einem solchen Geschäftsmodell teilzuhaben, unter 1800 Euro Starguthaben kommt man gar nicht erst hinein ins vermeintliche „Big Business“.
Interessant an diesem Thema ist auch, dass seriöse Firmen wie beispielsweise der roas Riese Telekom mittels adwords seine Platzierung bei der Googleanfrage „Geld mit Erotik im Netz verdienen“ relativ weit oben erkauft hat und nun Vertriebler für die Telekom-eigenen Multimedia-Produkte sucht. Das Wort „Erotik“ taucht dann aber nicht mehr auf.

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