Erotikbranche beschleunigt technischen Fortschritt

Internet-Sex©Lucian Milasan - Fotolia.comEin Buch des Kanaden Patchen Barss sorgt derzeit für Furore: Der Autor behauptet, ohne des Geschäfts mit Pornographie gäbe es viele Erfindungen, besonders Innovationen des Internetzeitalters, nicht. „Der Trieb, Erotik zu konsumieren, hat die Verbreitung bahnbrechender Neuerungen extrem beschleunigt“, sagt der Journalist und Kommunikationswissenschaftler. Aktuell macht die App „Snapchat“ von sich sprechen. Nach dem Lapsus des New Yorker Bürgermeisterkandidaten Anthony Weiner, der öffentlich aufflog, nachdem er einem Flirt Fotos seines Ständers unter einer Boxershorts schickte, wurde dieses Programm für Smartphones entwickelt. Die gesendeten Fotos und Nachrichten zerstören sich 10 Sekunden, nach dem sie gesendet worden, selbst. Perfekt für unauffälligen Versand von Sexbildern, englisch „sexting“ genannt. Auch früher worden technologische Fortschritte gleich zur Verbreitung von Erotik genutzt. Die Erfindung des Buchdruckes von Gutenberg führte zur hemmungslosen Verbreitung von deftigen Flugblättern, die Fotographie erlaubte eine massenhafte Verbreitung von Nacktfotos, die u.a. in mehr als 350 auf Aktfotografie spezialisierten Fotoateliers in Paris entstanden. Später, in Zeiten des Internets, war Pornographie eine der Antriebskräfte der medienreichen kommerziellen Form des wwws, wie wir es jetzt kennen. Im Jahr 2000 entfielen 70 Prozent des Gesamt-E-Commerce-Umsatzes von 1,4 Milliarden Dollar auf Pornografie, 2006 waren es bereits nur in den USA 13,6 Millionen. 1994 entwickelten IT-Spezialisten erste Porno-Streams, lange, bevor „Youtube“ populär wurde. Sichere und einfache Bezahlsysteme, Bannerwerbung oder Klickratenverfolgung, ohne Erotikbranche wären diese Innovationen später gekommen. Dank „Fifty Shades of Grey“ kurbelte den Verkauf von elektronischen Büchern erheblich an – klar, ein elektronisches Buch ist diskreter in der Bahn als die Druckausgabe. Für Google Glass, der neuen Internetbrille, gab es bereits nach einigen Tagen eine Porno-App und 10.000 Fans. Bis Google Sex-Inhalte verbot. Die Zukunft gehört wohl Ganzkörperanzügen und dem sogenanntem Bereich der taktilen Technologie, sowohl im erotischen Bereich als auch anderswo. (Quelle: Euro am Sonntag)

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