Frech-Frivoles-Festival Berlin

Frech-Fivoles-Festival 2013

Frech-Fivoles-Festival 2013

Am 17. Juni 2000 ging es im „Theater am Park“ in Berlin heiß her. Die Filmgruppe 82 des FiViA-Clubs Berlin unter der Federführung von Dietmar Schürtz, einem Spezialisten auf dem Gebiet „frecher“ Filme, hatte zu einem Videowettbewerb erotischer Streifen eingeladen. Im Programmheft war dies auch zu lesen, „die Erotik inspiriert die Kunst, gleichermaßen inspiriert die Kunst die Erotik. In einer Zeit, in der schon alle Grenzen überwunden sind, sind auch Ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt“. So war es denn auch ein grenzenloses Vergnügen, dem siebenstündigen Programm mit allerlei überraschungen zu folgen. Erste überraschungen zu folgen. Erste überraschung: über 40 Streifen wurden eingereicht, 28 im Wertungsprogramm gezeigt. Zweite überraschung: 75 Gäste wurden gezählt, darunter so weit gereiste Filmfreunde aus München, Rostock, Sabel, St. Augustin, Neuried, Senftenberg und sogar aus der Tschechischen Republik aus Usti nad Labem. Schon beim Eintritt wusste man gleich, wo man hineingeraten war: In rötliches Licht getauchte Atmosphäre, an den Wänden künstlerische Aktfotos eines Berliner Fotovereins, knisternde Spannung bei den Zuschauern. Zu Beginn eine Retrospektive älterer Streifen u. a. ein Film von Alfred Lengert/Dortmund, der wegen ein paar unbekleideter Busenbilder 1957 Anstoß bei dem BDFA-Wettbewerb erregte oder eine Produktion des Filmclubs Berlin-Reinickendorf, dem es früher ähnlich erging.
Mit den aktuellen Augen gesehen gab es keine An- und Verstöße gegen die guten Sitten, dagegen viele künstlerisch-erotische Spielhandlungen zum Lachen, Lächeln, Nachdenken und auch zum Nachmachen. Die Jury vergab acht Preise, drei Sonderpreise und das Publikum gab seine Preise an Dietmar Schürtz/Berlin für „Dinner for two“ und „Let’s talk about“ vom „Kätze-Kollwitz-Gymnasium“ Rostock. Am späten Abend hieß es dann noch einmal − raus mit die Gefühle! − in einem erstklassigen erotischen Showprogramm mit der Berliner Tanzgruppe „Dance Life“ e.V. und als Abschluss, sozusagen vorm „Zubettgehen“, erschien eine ansehenswerte Stripperin. Während ihres Auftritts blieb nicht nur niemand ruhig auf seinem Platz − auch jeder Camcorder und Fotoapparat konnte es nicht lassen und schwenkte hin oder her.
Fazit der anwesenden Filmfreude mit dem Landesvorsitzenden an der Spitze: Ein anregender Tag mit leichten Herz-Kreislauf-Schwankungen. Therapie-Vorschlag: Nicht nachlassen!

Autor Hans-Werner Tzschichhold

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