Hector und das Wunder der Freundschaft

Hector und das Wunder der Freundschaft

Hector und das Wunder der Freundschaft

Franҫois Lelord „Hector und das Wunder der Freundschaft“
Verlag: Piper / 2012
S. 44
„Schließlich kamen sie ins Zimmer eines blutjungen, vollkommen verschüchtert wirkenden Mädchens.
»Sie ist nicht von hier«, sagte Jean-Michel. »Menschenhändler haben sie aus einem Nachbarland hierverschleppt. Wir versuchen ihre Familie ausfindig zu machen.«
Hector betrachtete die junge Frau: Wie sie mit blassem Gesicht und großen schwarzen Augen dalag, schien sie sich entschuldigen zu wollen, dass sie zu erschöpft war, zur Begrüßung aufzustehen. Jean-Michel erklärte Hector, dass man sie aus einem Bordell geholt hatte, in dem sie mit vierzig weiteren Frauen eingesperrt gewesen war; die jüngsten waren gerade mal dreizehn gewesen.“

S. 100 f.
„Hector fand, dass Brice nicht der Klischeevorstellung entsprach, wonach Männer , die zu Prostituierten gehen, auf normalen Wege keine Frauen erobern können. […]
»Wenn man von Prostitution spricht«, sagte Brice, »dann ist immer das gemeint, was vor dem Liebemachen geschieht: Man zahlt, damit man nicht überzeugen muss. Aber nie das Danach: Man zahlt, damit man keine Schuldgefühle hinterlässt, vor allem keine Gefühlsschulden. Für einen Mann heißt Prostitution Sex ohne Schulden, was es in einer normalen Beziehung fast nicht gibt. Eine Frau zu bezahlen, ist das beste Mittel, sie nicht zu enttäuschen, ihr nichts vorzumachen, keine falschen Hoffnungen zu nähren – kurz und gut, keinen Schaden anzurichten!«“

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