Jahrelanger Mädchenhandel in Österreich aufgeflogen

Verhaftung © jonasginter - Fotolia.comZwei slowakische Zuhälter und sechs andere Beteiligte sind unter dem Verdacht verhaftet worden, bis zu 70 Mädchen nach Österreich gebracht und dort zur Prostitution gezwungen zu haben.
Bundeskriminalamt und Landeskriminalamt Oberösterreich knüpften an einen Verdachtsfall von vor eineinhalb Jahren an, schon damals standen Bordellbetreiber im Innviertel unter Beobachtung, weil sie ausländische Mädchen in ihren Bordellen zwangsverpflichtet hatten.
Das Innviertel ist das nordwestliche der vier Viertel Oberösterreichs und schließt die Bezirke Braunau am Inn, Ried im Innkreis und Schärding ein.
Seit mindestens 2001 seien überwiegend junge Mädchen aus der Slowakei und Polen unter falschen Versprechungen nach Oberösterreich gelockt und dann in den Bordellen zur Arbeit gezwungen wurden. Die Ermittlungen unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Ried ergaben, dass 50 bis 70 Mädchen in den Jahren 2001 bis 2009 von den 41 und 42 Jahre alten Zuhältern nach Österreich geschleust worden seien.
Für die Frau aus Polen hätten die Zuhälter von einem Freier 58.000 Euro erpresst. Weil der 45-jährige Kunde sich in die Polin verliebt hatte und er sie aus den Zwängen ihrer Peiniger befreien wollte, hätten die Männer leichtes Spiel gehabt: Jedes Mal, wenn der Salzburger nicht zahlen wollte, drohten sie, das Mädchen ins Ausland zu bringen.
Die Polin sowie einige slowakische Mädchen konnten flüchten und machten anschließend Zeugenaussagen bei der Polizei.
Doch erst Anfang März 2013 gelang es bei einer internationalen Polizeiaktion, acht Verdächtige zu verhaften, darunter auch den 41- und den 42-jährigen Zuhälter. Beide betrieben sowohl in der Slowakei als auch im österreichischen Innviertel ihre Bordelle.
Die Anklage lautet „grenzüberschreitender Prostitutionshandel, schwere Erpressung, Menschenhandel, schwere Nötigung und Freiheitsentziehung“.
Zurzeit befinden sich die Festgenommenen in der Slowakei in Untersuchungshaft.

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