Jung, blond, tot

Jung, blond, tot

Jung, blond, tot

Andreas Franz „Jung, blond, tot“
Verlag: Knaur / 2010 / eBook
S. 6 (von 595)
„Stöhnen, dazwischen abgehackte, spitze Schreie aus dem Zimmer. Ein paarmal glaubte er, Schläge zu hören, Mutters Aufschreien, ungehaltene, scharfe Worte des bösen Mannes.
Mutter weinte. Er hasste dieses Schwein da draußen, das seiner Mutter weh tat. Und er hasste seine Mutter, dass sie dieses Schwein immer wieder ins Haus ließ. Ihn und all die anderen.“

S. 19 (von 595)
„In dieser Gegend begann das Leben immer erst nachts. Wenn woanders die Menschen schliefen, kamen sie hier aus ihren Rattenlöchern gekrochen und schwärmten durch die Straßen, Huren, Freier, Loddel, Transvestiten, kriminelle Subjekte, Voyeure, die sich nur im Schutz der Nacht sicher fühlten.“

S. 22 (von 595)
„Zwölf Jahre waren sie jetzt verheiratet, und jeden Tag quälte sie ihn etwas mehr, als wollte sie ausprobieren, wie lange er dem Martyrium standhielt. Immer häufiger verließ sie das Haus, nachdem sie Julian fürs Bett fertig gemacht hatte, aufgetakelt für die Nacht, für Abenteuer, die sie in fremden Betten suchte und meist auch fand. […]  Angeblich befriedigte er ihre sexuellen Bedürfnisse nicht, doch das allein konnte es unmöglich sein. Sie war eine Hure, auch wenn sie ihren Körper nicht verkaufte, wenn sie kein Geld für ihre Liebesdienste nahm.“

S. 559 (von 595)
„Eine Weile lebten die beiden von der Wohlfahrt, bis Tomlins Mutter sich einer einfachen, aber höchst einträglichen Möglichkeit bediente, zu Geld zu kommen, sie verdingte sich als Hure, heutzutage würde man sie als Callgirl bezeichnen.“

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