Kaya Yanar: Made in Germany

Made in germany

Made in Germany

Kaya Yanar „Made in Germany“
Verlag: Heyne / 2011 / eBook
S. 66 (von 267)
„Es gibt sicherlich Menschen, die gern zum Zahnarzt gehen – das ist billiger als eine Domina, und die Ehefrau fängt nicht an zu packen, wenn sie den Termin in seinem Kalender findet.“

S. 75 (von 267)
„Die kurioseste Meldung in Sachen übertriebener Tierliebe gab es 2003: Damals kursierte das Gerücht, dass in Berlin angeblich ein eigenes Bordell für Hunde eröffnet werden sollte! Das Ganze stellte sich allerdings als Scherz heraus, und die notgeilen Rüden mussten sich anderswo umschauen – vieleicht sogar auf dem Straßenköter-Strich.“

S. 142 (von 267)
„Das Rauchverbot sorgt auch für allerlei lustige Missverständnisse: Wenn man zum Beispiel früher eine Frau frierend und rauchend auf der Straße stehen sah, dann war das meistens eine Prostituierte – heute sind es Versicherungsangestellte, die in ihren vollklimatisierten Großraumbüros nicht rauchen dürfen!

S. 143 (von 267)
„Ich kenne mich zumindest theoretisch aus. Ich komme aus Frankfurt. Auf anständige Weise verdient hier keiner sein Geld: Entweder man ist Nutte, Dealer oder Banker.“

S. 241 (von 267)
„Für Männer, die Frauen suchen und die in Discos nicht fündig werden, gibt es in Frankfurt eine ganze Reihe von mehr oder weniger reizvollen Alternativen. Wie jede Messestadt hat auch Frankfurt in der Nähe des Hauptbahnhofs ein großes und höchst lebendiges Rotlichtviertel. Für einen jungen Mann in der Pubertät hat so ein Viertel natürlich eine  besondere magische Anziehungskraft. Hin und wieder bin ich als 16- oder 17-Jähriger durch die entsprechenden Straßen geschlichen, den Blick starr nach vorn gerichtet, und habe versucht, aus dem Augenwinkel die eine oder andere Bordsteinschönheit zu betrachten. […] Ein paar Jahre später habe ich mich tatsächlich einmal in ein Bordell getraut: Ich war im „Kontakthof“ in Frankfurt. Einmal. Und nie wieder! Ich war mit ein paar Kumpels unterwegs gewesen. Wir hatten irgendetwas zu feiern, hatten im Casino 400 Mark gewonnen und sagten uns tollkühn: Die Kohle hauen wir im Puff auf den Kopf! […] Ehrlich. Ich schwöre es: Ich konnte es damals nicht, und ich kann es heute immer noch nicht. Ich habe noch nie dafür bezahlt. […] Es waren nicht die Frauen, die mich beunruhigten, sie versuchten ja nur, ihren Job so gut wie möglich zu machen. Es waren die Typen, die mir Angst machten: deutsche, notgeile Familienväter, auf deren Autoheckscheiben „Laura an Bord“ klebte; hormonüberfütterte Italiener, die bei jeder Frau wie eine Schlange züngelten und sabbernd fragten: „Quanto costa?“; türkische Halbstarke, die versuchten, mit den Damen wie auf einem Basar zu handeln: „Passt du auf: Machen wir zehn Euro billiger, dafür gebe ich dir eine Tüte Pistazien umsonst dazu, und beim nächsten  Mal meine besten Kumpels mit!“

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