Piratenpartei mit Sextwitterskandälchen

Twittern gehört dazu! Natürlich twittert auch die BIZeitung inzwischen kräftig mit…

Twittern oder Facebookeinträge gehören heutzutage zur Imagepflege bei all jenen, die sich für wichtig halten. Man informiert die Welt über seine Hautprobleme, seinen Gesundheitszustand, den gerade erfolgten Sockenwechsel.

Nun erregen sich die Gemüter, ob es Verhaltensregeln für Abgeordnete bezüglich der medialen Offenheit geben sollte. Die Abgeordnete der Piratenpartei Birgit Rydlewski ist eigenen Angaben zufolge „Vieltwitterer“ und lässt die virtuelle Welt an ihrem Sex-Leben teilhaben.
„Ich möchte mit Menschen aus der Bevölkerung kooperieren. Keine Politik über Menschen hinweg. Betroffene beteiligen.“, schreibt sie auf der Internetseite der – ohnehin ständig in den Negativschlagzeilen der Medien gelandeten – Piratenpartei.
Der Vorstand der Parteifraktion in NRW, der Rydlewski angehört, will keine Konsequenzen aus den, von einigen zum Skandal aufgebauschten Eklat ziehen.
Dass die 42-Jährige unter anderem so Anstößiges twitterte wie: „So: Allen einen lieben Dank, die wegen des gerissenen Kondoms mitgezittert hatten: Alle Tests negativ! (Also HIV, Hep. B, Hep. C).“
Da Rydlewski im Hauptberuf Berufsschul-Lehrerin in Dortmund ist, verpasste sie auch nicht die Gelegenheit, pädagogisch wertvolle Tipps im Netz abzusetzen: „Und liebe Kinder: Nicht nachmachen! Nicht mit irgendwelchen Typen ins Bett gehen, die man nicht einschätzen kann. Die Panik braucht niemand.“
Immerhin  hat Rydlewski 3763 sogenannte „Follower“, also Menschen, die ihre Kurznachrichten mitlesen. Die meisten der riskanten und anstößigen Sprüche hat Rydlewski jetzt wieder gelöscht.
Auf Kritik reagiert die Piratin dennoch ironisch bis selbstgerecht: „Ach stimmt. Politiker, Lehrer etc. haben ja gar keinen Sex. Und denen passieren auch nie doofe Sachen. Hatte ich kurz vergessen.“
Spiegel Online mutmaßt: „Viele Piraten nutzen sexuelle Begriffe auch bewusst politisch, um gegen das aus ihrer Sicht verlogene Verhältnis der Öffentlichkeit zur Privatsphäre zu protestieren oder falsche Schönheitsideale anzuprangern. Piratinnen treffen sich am Wochenende zum Backen von „Vulva-Cupcakes“ und sprechen darüber in „Zeit“-Interviews.
Wahrscheinlich wird der Krach um die Piratin ohne Augenklappe ohnehin genauso schnell im Twittergewitter untergehen wie alle anderen Skandälchen vorher. Dass sich mit Sex, Skandalen und frivoler Offenheit in der Politik weder Blumentöpfe noch Wählerstimmen gewinnen lassen, haben größere Namen wie Clinton, Berlusconi und Co doch längst bewiesen.

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