„Salambo“-König René Durand standesgemäß zu Grabe getragen

Sein Erotiktheater „Salambo“ war eine Größe auf der Hamburger Reeperbahn: René Durand hatte in den 1960er Jahren den Livesex auf der Meile etabliert. Am 17. Januar 2013 starb er nach zahlreichen Erkrankungen, mehrfache Herzattacken, Alzheimer und Krebs setzten der Kiez-Legende zu.
Der 85-Jährige wurde jetzt – ganz in seinem Lebenssinne – mit einer Lack- und Leder-Show auf dem Hamburger Friedhof in Ohlsdorf beerdigt.
Durand hatte das „Salambo“ an der Großen Freiheit Nummer 11 eröffnet, zirka zehn Jahre später, in den 70ern, zog er in die Große Freiheit 39. Dort, im ehemaligen „Star Club“ machte Durand mit Live-Sex-Darbietungen Furore.
Als Durand seinen Club der direkten Erotikdarstellung auf der Bühne öffnete, widersetzte er sich damit jeglichen öffentlichen Tabus, zu jener Zeit mussten die Schamdreiecke der Darbietenden mindestens fünf Zentimeter darüber vom Slipgummi überdeckt sein.
Doch Durand scherte sich nicht um solche Prüderien. Das „Salambo“ scheiterte erstmals 1983. Der Laden brannte ab, später fand man heraus, dass die Konkurrenz Feuer gelegt hatte.
Doch Durand gab nicht auf. Mit einem neuen Erotik-Club machte er, nicht weit vom alten „Salambo“ entfernt, weiter. 1997 schloss die Polizei das Haus. Begründung der Maßnahme: „Verdacht auf illegale Prostitution“. Hamburger und Reeperbahnbesucher kennen den Club auch heute noch, nur firmiert er jetzt unter dem Namen „Dollhouse“.
Die etwa 50 Freunde und Familie Durands, die ihn  am Dienstag, 29.1. 2013 zu Grabe trugen, erinnerten noch einmal an sein bewegtes Leben. René Durand konnte neben seiner Hamburger Zeit auch auf viele Jahre in Marokko und Frankreich zurückblicken. Zuletzt hatte Tochter Yvonne (56) den Vater gepflegt.
Ganz im Sinne ihres, zuletzt schwer erkrankten Vaters, sollte die Beerdigungsfeier an die lebensfrohen Jahre Durands erinnern. Deshalb hatte die Familie sich für farbenfrohe Darbietungen leicht bekleideter Tänzerinnen, Drag-Queens und Travestiekünstlern in Lack und Leder entschieden. Durands Kollege und ebenfalls namhafte Kiezgröße Kalle Schwensen hielt die Trauerrede.
Die Feier war sicher ein durchaus ehrenhafter und seinem Leben angemessener Abschied von René Durand.

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