Schwarzes Fieber

Schwarzes Fieber

Schwarzes Fieber

Wolfgang Burger „Schwarzes Fieber“
Verlag: Piper / 2009
S. 18
„Wir alberten herum, philosophierten über Belanglosigkeiten, und irgendwann kam unser Gespräch auf die verletzte Frau, die keiner vermisste. Auch Lorenzo hatte die Geschichte in der Presse verfolgt.
»Sie ist jedenfalls nicht von hier«, sagte ich, »sonst hätte sich längst jemand gemeldet, der sie kennt.«
»Woher mag sie kommen?«
»Wenn ich im Dienst wäre, dann würde ich auf Osteuropa tippen. Balkan, Menschenhandel, irgend so was. Ich bin aber nicht im Dienst, ich habe Urlaub.«
»Du meinst, sie sollte zur Prostituierten gemacht werden? Zuhälter, vor allem die aus dem Osten, sollen ja recht rigoros sein im Umgang mit … hm … unwilligem Personal.«
»Dann hätte sie ganz andere Verletzungen. Prellungen, Blutergüsse, Spuren von ausgedrückten Zigaretten am Körper. Sie hätten sie vergewaltigt, wieder und wieder. Nichts davon haben meine Leute gefunden. Nur ein einziger glatter Schlag auf den Hinterkopf und aus.«

S. 71
»Die sind gar nicht so teuer, wie man denkt.« Louise deutete auf einige farbige Computerausdrucke, die auf dem Couchtisch lagen. »der Hengst hier zum Beispiel – bloß achthundert Euro, und dabei sieht er doch echt gut aus.«
Das fand auch ich erstaunlich preiswert, denn der stolz glänzende Rappe auf dem Foto wirkte keineswegs wie eine Schindmähre. Ich hatte eher mit dem Zehnfachen gerechnet. Aber dann entdeckte ich den Fehler.
»Das ist nicht der Kaufpreis, sonder die Deckprämie.«
»Die was?«, fragten sie im Chor.
»Na ja, das … Wenn man eine Stute hat und möchte, dass sie schwanger wird, dann bringt man sie zu so einem preisgekrönten Hengst, wie zum Beispiel diesem hier und … den Rest könnt ihr euch denken.«
Sarah schnappte nach Luft. »Man soll acht-hun-dert Euro dafür hinlegen, dass der eine Stute poppt?«
»So würde ich es zwar nicht ausdrücken, aber im Prinzip …«
»Normalerweise, also … « Auch Louise war empört. »Normalerweise läuft das doch andersrum, oder nicht?«

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