Stichwort „sexuelle Belästigung“: Wie die Mediendebatte ein sensibles Thema ad absurdum führt

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Es ist ein universelles Phänomen und ein Gender-Klassiker – Die erotische Spannung zwischen Mann und Frau, bei der oft genug etwas daneben gehen kann. Doch so, wie die Medien derzeit diskutieren, driftet sogar ein kleiner Flirt oder ein Kompliment am unpassenden Ort oder zur falschen Zeit ins Reich der Übergriffe ab. Vor allem der Brennpunkt „Beruf“, der Karriere und Privates miteinander vermischt, wird seit der allgegenwärtigen Rainer-Brüderle-Klatsche neu verhandelt. Hier entsteht Unsicherheit bei vielen Männern und Überempfindlichkeit bei manchen Frauen. Festzuhalten ist: Eine Frau ist nicht mehr a priori ein Opfer in modernen Zeiten von „Slutwalk“ und angeblicher, lang erkämpfter Gleichberechtigung. Die meisten Ladies können mit Flirts und Avancen sehr gut umgehen und bei Bedarf ein deutliches „Nein“ erschallen lassen, ohne dass sie mit irgendwelchen Konsequenzen rechnen müssen.
Ernst wird es, wenn dies nicht der Fall ist und eine besonders große Machtdistanz zwischen beiden Positionen zu finden ist, sodass mit der Belästigung die psychische Belastung von (Existenz-)Angst einhergeht oder der Gang zur Arbeit schlicht zur Qual wird. Dies sind schlimme Fälle, da müssen Profis zum Schlichten heran, das kann nicht akzeptiert werden.
Aber dass nun jegliches Flirten unter die Lupe genommen wird, dass die Mär entsteht, Deutschland wäre ein Land von Sexverbrechern, in der jeder pfeifende Bauarbeiter das Feindbild erfüllt, das kann doch nicht sein.
Vor allem, weil der Anstoß der Thematik ein idiotischer ist: Warum erst nach einen Jahr die Veröffentlichung der jungen Journalistin, warum die wiederholten Treffen, wenn das Angebaggere so unangenehm war, warum griff der Chefredakteur nicht ein, warum hat der ach so frauenfreundliche „Stern“ fast mehr nackte Frauen als die „BERLINintim“ auf dem Cover? Denn durch dieses Missverständnis entsteht ein Missbrauch des Sexismus-Begriffes, der in einer Fassadengesellschaft mit der Rollenverteilung Kalkül betreibt.

Schreibe einen Kommentar