Strafmaß im Berliner SadoMaso-Prozess als zu mild beurteilt

Fand in den Medien starke Beachtung.

Fand in den Medien starke Beachtung.

Der Berliner Kurier schreibt: „Nur 3 Jahre Haft für Kopf-Koch von Mariendorf„, die BILD titelt: „Milde Strafe für Tod bei Sadomaso-Sex“.
Das Gericht hat eine vorsätzliche Tötung seines Opfers durch den 44-jährigen Angeklagten ganz klar verneint. Deshalb lautete das Urteil des Landgerichts Berlin wegen Körperverletzung mit Todesfolge „drei Jahre und drei Monate Haft“.
Der Angeklagte hatte am 23. Januar 2012 die Polizei gerufen und behauptet, er habe den Mann „umgebracht“. Die Beamten sahen sich in der Wohnung des Angeklagten mit der  zerstückelten Leiche des seit drei Wochen vermissten konfrontiert. Besonders schwer wog bei der Argumentation der Staatsanwaltschaft, dass Kopf und Arme gekocht waren.
Während des Prozesses schwieg der Angeklagte zu den erhobenen Vorwürfen, erst später zeigte er Reue und sagte, es tue ihm leid. Er habe sich bei den sadomasochistischen und von Beiden im gegenseitigen Einverständnis praktizierten Sexpraktiken von der „Idee des Opfers in den Bann ziehen lassen“.
Das Opfer war Bankangestellter und während der vereinbarten S/M-Praktiken mit dem Angeklagten in dessen Kreuzberger Wohnung gestorben.
Auf Wunsch des späteren Opfers hatte der Angeklagte ihn gefesselt, später Nase und Mund verklebt. Ein nicht mehr zu reanimierender Erstickungstod des 37-Jährigen war die Folge.
Der homosexuelle Angeklagte hatte, so stellte es das Gericht fest, diese „hochgradig gefährliche“ Sextaktik schon häufiger praktiziert. Sein Verhalten wurde von den Richtern als „sittenwidrig“ beurteilt.
Anfänglich war die Staatsanwaltschaft überzeugt, der Angeklagte habe zur Befriedigung des eigenen Geschlechtstriebes getötet. Haftstrafe sollte Lebenslang und die Verurteilung: „Mord“ lauten.
Dagegen sprach sich die Verteidigung folgendermaßen aus: „Der Angeklagte hat keinen Grund gehabt, seinen Sexualpartner zu töten“. Opfer und Täter hätten sich sogar gemocht. Beide hätten zudem unter Drogeneinfluss gestanden.

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