Strich an der Kurfüstenstraße ist aggressiver geworden

Kurfürstenstraße Ecke Tiergarten
CR_Fridolin freudenfett

Mit dem derzeitigen Verfahren gegen den Grünen-Schatzmeister Christian Goetjes, der Geld für Berliner Prostituierte veruntreut haben soll, richtet sich der Fokus der Medien wieder auf das Rotlichtviertel an der Kurfürstenstraße – rauer als je zuvor soll es dort zugehen, schreibt die Berliner Morgenpost in ihrer aktuellen Reportage. Denn die Konkurrenz ist größer geworden. Circa 220 hauptsächlich aus Rumänien und Bulgarien stammende Liebesdienerinnen liefern sich erbitterte Kämpfe um ein gutes Geschäft. Sowohl Diebstähle und Einbrüche als auch gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Zuhälterbanden sind laut Polizeiberichten in letzter Zeit vermehrt aufgetreten. Oft sei außerdem Drogenmissbrauch und -handel im Spiel, sogar in ansässigen Kitas und Schulen würden diese gebunkert werden. Anwohner beschweren sich außerdem oft, mit Freiern oder Prostituierten verwechselt zu werden.
Neu ist der Anstieg der Elendsdelikte, um die Kosten für die hohe Standmiete, Rauschgift und Alkohol zusammen zu bekommen, die daraus resultierenden fallenden Preise der Prostituierten und Kommunikationsprobleme, weil geschätzte 70 Prozent der Frauen nur noch bulgarisch sprechen würden. Im psychischen Bereich seien Druck und Paranoia gestiegen, sagt Michaela Kruse vom Frauenverband Olga e.V. Auch sind aufgrund der nahen Moschee interkulturelle Konflikte kaum zu vermeiden. Insgesamt beschreiben die Sozialarbeiter die Stimmung im Kiez jedoch als „noch verhältnismäßig tolerant“.

Schreibe einen Kommentar