John Katzenbach: Der Professor

John Katzenbach Der Professor

Der Professor

John Katzenbach „Der Professor“
Verlag: Knaur / 2010 / eBook
S. 71 (von 516)
„Sie seufzte. Es würde nicht so leicht werden, Jennifer zu finden. Im Grunde konnte sie nur hoffen, dass dem Teenager das Geld ausging, bevor ein Zuhälter sie zur Prostitution zwang oder drogenabhängig machte oder bevor sie vergewaltigt und ermordet wurde und Terri nur noch bei ihrer Mutter anrufen musste, um ihr das mitzuteilen.“

S. 287 (von 516)
„Die Sexarbeiterin, eine Thai, kauerte geschäftig zwischen seinen Beinen und verwöhnte ihn mit allzu dick aufgetragenem Enthusiasmus, als gäbe es nichts Erotischeres auf der Welt, als ihn zu befriedigen. Er hasste jedes vorgetäuschte Stöhnen, das sie von sich gab. Er hasste den glänzenden Schweißfilm auf seiner Brust. Er wusste nicht, wie die Kleine hieß, und es war ihm auch egal. Ihre Berührungen hätten ihn gelangweilt, hätte er nicht zugleich auf dem Display faszinierende Bilder verfolgt.“

James Bond 01 – Casino Royale

Ian Fleming „James Bond 01 – Casino Royale“
Verlag: Amigo Grafik / 2012 / eBook
S. 18 (von 260)

James Bond 01, Casino Royale

   Casino Royale

„Im Januar 1946 erkaufte sich Le Chiffre die Kontrolle über eine als Cordon Jaune bekannte Bordellkette in der Normandie und der Bretagne. Er war dumm genug, für diesen Zweck etwa fünfzig Millionen Franc des Geldes aufzuwenden, das ihm von Leningrad-Sektion III für die Finanzierung von SODA anvertraut worden war, der oben erwähnten Gewerkschaft.
Normalerweise hätte sich das Cordon Jaune als hervorragende Investition erwiesen. […] Er hätte viel einträglichere Investitionen finden können als die Prostitution, wenn ihn nicht die Aussicht auf grenzenlosen Frauennachschub zu seinem persönlichen Gebrauch verführt hätte.
Doch das Schicksal bestrafte ihn mit erschreckender Schnelligkeit.
Kaum drei Monate später, am 13. April, wurde in Frankreich das Gesetz Nr. 46685 […] verabschiedet.
[…]
Dieses Gesetz, [las er], allgemein bekannt als „La Loi Marthe Richard“, das alle Häuser von schlechtem Ruf schloss und den Verkauf pornografischer Bücher und Filme untersagte, entzog seiner Investition praktisch über Nacht die Grundlage […]“

Alexander Dumas: Die Kameliendame

Die Kameliendame, Alexandre Dumas

Die Kameliendame

Alexander Dumas, der Jüngere „Die Kameliendame“
Verlag: Fischer / 2011 / eBook

ab S. 01; Besonders interessant:
S.125 (von 336)

„-Du verstehst, was ich verlange, sagte Marguerite zu ihr, Du wirst diesem Dummkopf immer erklären, dass ich nicht da bin oder dass ich ihn nicht empfangen will. Ich bin es müde, unaufhörlich Leute zu sehen, die nur immer dasselbe von mir wollen, mich bezahlen und sich quitt mit mir glauben. Wenn eine von denen, die dieses schimpfliche Gewerbe beginnen, wüsste, was es bedeutet, würde sie lieber Kammerfrau. Aber nein; die Eitelkeit, Kleider, Wagen, Diamanten zu haben, verführt uns alle; man glaubt an das, was man vernimmt, denn die Prostitution hat ihr Bekenntnis, und man braucht allmählich sein Herz, seinen Leib und seine Schönheit auf; man wird gefürchtet wie ein wildes Tier, verachtet wie ein Paria; man ist nur von Leuten umgeben, die einem immer mehr nehmen als geben, und man krepiert eines schönen Tages wie ein Hund, nachdem man die anderen und sich selbst zugrunde gerichtet hat.“

S.133 (von 336)

„Aber von einer Kurtisane wirklich geliebt werden, das ist ein unendlich schwieriger Sieg. Bei ihnen hat der Körper die Seele aufgebraucht, die Sinne das Herz verbrannt, die Ausschweifung den Weg zum Gefühl verlegt. Die Worte, die man ihnen sagt, sie kennen sie längst; die Mittel, die man anwendet, sie kennen sie; die Liebe sogar, die sie einflössen, sie haben sie verkauft. Sie lieben aus Beruf und nicht aus Neigung.“

Cobra

Frederick Forsyth: Cobra

                    Cobra

Frederick Forsyth „Cobra“
Verlag: C.Bertelsmann / 2010

S. 31

„Dazu kommt, dass die Gewinne aus dem Kokaingeschäft, wenn sie gewaschen sind, zur Finanzierung anderer Kriminalitätsformen verwendet werden, besonders für den Handel mit Waffen (die auch an kriminelle Organisationen geliefert werden) und Menschen, vor allem mit illegalen Einwanderern und entführten Frauen, die als Sexsklavinnen verkauft werden.“

S. 63

„Vieleicht hätte er sein ganzes Arbeitsleben als Pflichtverteidiger für Arme verbracht, aber als er gerade vierzig war, wurde seine halbwüchsige Tochter entführt, zur Prostitution gezwungen und von ihrem Gangsterzuhälter sadistisch ermordet.“

S. 262

„Nelson Bianco kam zu ihm auf die Brücke. Der Playboy trug ein geblümtes Hawaiihemd zu ausgebeulten Shorts und war barfuß. […] Gegen seine Gewohnheit, und nur wegen der Ladung aus Kolumbien, waren diesmal nicht fünf oder sechs hochkarätige Callgirls an Bord.“

S. 346

„»In dieser Stadt gibt es einen bestimmten Senator«, murmelte er stattdessen, »der ein sehr diskretes Freudenhaus zu besuchen pflegt.«
Der Redakteur hatte eine Gegengabe erhofft, aber das hier war lächerlich.
»Ein Senator hat etwas mit Mädchen«, schnaubte er. »Genauso gut könnten Sie mir erzählen, dass die Sonne im Osten aufgeht.«
»Wer hat etwas von Mädchen gesagt?«, fragte Dos Rios.
Der Redakteur verzog beifällig die Nase. Jetzt witterte er doch noch etwas Gutes.“

Sein wahres Gesicht

Sein wahres Gesicht

Sein wahres Gesicht

Lee Child „Sein wahres Gesicht“
Verlag: Random House / 2002 / eBook

S. 118 f. (von 507)

„Vietnam hatte ihn verändert. Es hätte ihn zerbrechen können. Es zerbrach genügend andere Kerle. […]
Aber Hobie zerbrach nicht. Er sah sich nur um, veränderte und passte sich an. […]
Er begann als Händler. Jeder wollte irgendwas, Dinge, die er nicht hatte. Die Sache war lächerlich einfach. […] Was wollten sie noch? Alle möglichen Sachen. Mädchen, Bourbon, Penicillin, Schallplatten, Dienst im Basislager, aber keinen in der Latrine. […]
Das erste Problem war der reine Arbeitsaufwand, den alles erforderte. Bestimmte Dinge auf Bestellung zu liefern war nicht so einfach. Gesunde Mädchen zu finden wurde sehr schwierig, und Jungfrauen gab es überhaupt keine mehr.“

S. 438 (von 507)

„Selbst die billigsten Motels und Schnellrestaurants kosteten ein paar Dollar. […] Er arbeitete schon regelmäßig. Das ließ sich nicht leugnen. Jetzt ging es nur noch darum, wo und wie viel und für wen. Er musste unwillkürlich grinsen. Wie Prostitution, dachte er. Es gibt kein Zurück mehr.“

Geschichten der Eva Luna

Geschichten der Eva Luna

Geschichten der Eva Luna

Isabel Allende „Geschichten der Eva Luna“
Verlag: suhrkamp / 1993
S. 16
„An diesem Tag lernte Belisa Crepuscularion, dass die Worte ungebunden und herrenlos sind und dass jeder mit ein bisschen Geschick sich ihrer bemächtigen kann, um mit ihnen Handel zu treiben. Sie bedachte ihre Lage und kam zu dem Schluss, dass es, wenn sie nicht ihren Körper verkaufen oder sich als Dienstmädchen in den Küchen der Reichen verdingen wollte, nur wenige Beschäftigungen gab, die sie ausführen konnte. Worte zu verkaufen erschien ihr als anständiger Ausweg.“

S. 46
„Ich lernte sie kennen, als ich noch ein halbes Kind, Dienstmädchen bei der Señora war, einer »Dame der Nacht«, wie Clarisa die Frauen dieses Gewerbes nannte.“

S. 60 f.
„»Sie kommen geradenwegs in den Himmel, wenn es einen Himmel gibt.«
»Natürlich gibt es ihn, aber es ist nicht so sicher, dass sie mich hineinlassen. Die sind da sehr streng«, murmelte sie. Und nach einer Pause fügte sie hinzu: »Wenn ich meine Sünden durchgehe, sehe ich doch, dass es eine ziemlich schwere Schuld gibt…«
[…]
Sie wandte sich ihr Gesicht zum Fenster und sagte errötend, sie habe sich geweigert, ihre ehelichen Pflichten zu erfüllen.
»Was heißt das denn?« fragte ich.
»Nun ja… ich meine, ich habe mich geweigert, die fleischlichen Wünsche meines Ehemannes zu befriedigen, verstehst du?«
»Nein, das verstehe ich nicht.«
»Wenn eine Frau dem Ehemann ihren Körper verweigert und er der Versuchung verfällt, bei einer anderen Frau Erleichterung zu finden, trägt die Frau die moralische Verantwortung.«
»Ich sehe schon. Der Richter geht fremd, und der Sünder sind Sie.«
»Nein, nein. Mir scheint, wir würden es beide sein; danach müsste man sich erkundigen.«
»Hat der Ehemann seiner Frau gegenüber dieselben Pflichten?«
»Was?«
»Ich meine, wenn Sie einen anderen Mann gehabt hätten, würde dann Ihr Ehemann auch der Schuldige sein?«
»Was die aber auch für Sachen einfallen, Tochter!« Sie sah mich verdutzt an.“

S. 67 f.
„Sie war die einzige junge Frau in dem ganzen riesigen Gebiet dieses Landes, abgesehen von der englischen Dame, die das Rosengehege nur durchritt, um Hasen zu schießen […].
Hermelinda dagegen war eine greifbare nahe und eindeutig als solche zu erkennende Frau mit einer kühlen Blutmischung in den Adern und einem hervorragenden Talent zum Festefeiern. Sie hatte dieses Trostgewerbe aus schierer schlichter Berufung gewählt, ihr gefielen die Männer im allgemeinen und viele im besonderen. Sie herrschte unter ihnen wie eine Bienenkönigin. […]
Der Ruf ihrer ausdauernden Reiterschenkel und ihrer unverwüstlichen Brüste hatte sich über sechshundert Kilometer wilder Provinz verbreitet, und ihre Liebhaber kamen von weither, um eine Weile ihre Gesellschaft zu genießen.“

S. 85
„Vargas wollte an seinen Gürtel greifen, um ihn abzuschnallen und ihr die gewohnten Hiebe zu verabreichen, aber sie ließ ihn die Bewegung nicht zu Ende bringen und ging mit solcher Wildheit auf ihn los, dass er verdutzt zurückwich. Dieses Schwanken war sein Verderben, denn jetzt wusste sie, wer der Stärkere war. […]
Ganz Agua Santa erfuhr, was vorgefallen war, denn er selbst erzählte es den Mädchen im Bordell, die im übrigen sagten, Vargas könne ja gar nicht mehr, und all sein Zuchthengstgeprahle sei pure Aufschneiderei und durch rein gar nichts begründet.“

S. 113
„Er genoss die Gesellschaft von mietbaren Blondinen, unter denen er die sanften mit den prangenden Brüsten bevorzugte, als Huldigung an seine einstige Stiefmutter […]“

Tschick

Tschick

Tschick

Wolfgang Herrndorf „Tschick“
Verlag: rowohlt/ 2011 / eBook
S. 47 (von 266)
„und natürlich gab es auch Gerüchte über ihn und seine Herkunft. Tschetschenien, Sibirien, Moskau – war alles im Gespräch. Kevin meinte, Tschick würde mit seinem Bruder irgendwo hinter Hellersdorf in einem Campingwagen wohnen, und dieser Bruder wäre ein Waffenschieber. Jemand anders wusste, dass er ein Frauenhändler war, und es war die Rede von einer 40-Zimmer-Villa, in der die Russenmafia Orgien feierte…“

Amerikanischer Zuhälter auf Philippinen festgenommen

Am vergangenen Wochenende wurde ein US-Amerikaner in der Hauptstadt der Philippinen festgenommen. Der Grund: Er soll Taifun-Opfer, vor allem junge Frauen, die nach den Verwüstungen von Taifun «Haiyan» kein Heim mehr hatten, zur Prostitution gezwungen haben. Die philippinische Polizei nahm bei der Aktion gegen den US-Bürger und seinen Zuhälterring auch noch zwei Kellnerinnen und 17 weitere Mitarbeiter von zwei Nachtclubs fest. Flüchtig ist noch ein weiterer Amerikaner, nach dem nun gefahndet wird.

Quelle: http://www.n-tv.de/ticker

Wolfsfährte

Wolfsfährte

           Wolfsfährte

Craig Russel „Wolfsfährte“
Verlag: Bastei Lübbe / 2010 / eBook
S. 71 (von 549)
„Fabel seufzte. Der Handel mit jungen Frauen aus Russland, dem Balkan und anderen Ländern östlich des vermögenden Westens war in Hamburg zu einem brennenden Problem geworden. Angelockt durch das Versprechen, als Model oder Hausangestellte arbeiten zu können, wurden diese Frauen und Mädchen als rechtlose Sklavinnen in die Prostitution verkauft.“

S. 177 (von 549)
„Fabel atmetete tief durch und las die Aktennotizen, die man aus Kassel gefaxt hatte. Die Eltern waren Junkies und finanzierten ihre Sucht durch kleine Diebstähle. Die Mutter hatte sich manchmal prostituiert.“

S. 185 f. (von 549)
„»Ja, Herr Hauptkommissar.« Sie stutze. »In dem Kasseler Bericht heißt es, dass die Mutter ab und zu als Prostituierte gearbeitet hat. Meinst du, dass sie vielleicht zur Zuhälterin ihrer eigenen Tochter geworden ist? Schließlich wissen wir, dass Martha sexuelle Partner hatte.«“

S. 326 f. (von 549)
„Max war Künstler. […] Deshalb war Max auch so sauer darüber, dass er jetzt bei der Arbeit einen Riesenständer bekam. […] Dabei wäre er ganz sicher nicht bereit gewesen, es zu dieser abendlichen Stunde auf den rasierten Schamhügel der Hure zu tätowieren, hätte ihn nicht einer seiner allerbesten Kunden angerufen und ihn gefragt, ob er um 22 Uhr bei Max vorbeikommen könne. Da er ohnehin bis dahin herumhängen musste, dachte er, er können genauso gut etwas Geld verdienen, als die Nutte an der Tür auftauchte. […]
Das Mädchen kicherte wieder. »Weißt du, Schatz, wir könnten uns wegen der Bezahlung was einfallen lassen. Ich kann’s nämlich gut auf Französisch…«
Max blickte hinauf in ihr Gesicht. Sie konnte nicht älter als neunzehn Jahre sein.“

S. 353 (von 549)
„»[…] Dann erhielten diejenigen, die nicht in die Zünfte von Altona oder Hamburg aufgenommen wurden, die Erlaubnis, ihr Gewerbe hier auszuüben. Unter ihnen waren die Taumacher oder Reepschläger, die der Reeperbahn ihren Namen verliehen. […] Aber auch andere Gewerbe wurden von dieser großen Freiheit angezogen und gediehen in dem Gebiet. Das waren beispielsweise die Gewerbe der Prostitution und der Pornografen. […]“

S. 444 (von 549)
„Lina Ritter zwängte sich in das Kostüm und gelangte zu der Einsicht, dass sie allmählich zu alt für dieses Geschäft wurde. Nein, sie war schon zu alt dafür. Seit fünfzehn Jahren war dies ihr Beruf, und nun, mit vierunddreißig, hatte sie genug. Das war eine Sache für jüngere Frauen. Sie musste sich zunehmend »spezialisieren«, was bedeutete, auf die absonderlichen Wünsche bestimmter Kunden einzugehen. Die Rolle der Domina passte besser zu ihr, außerdem brauchte sie meistens niemanden zu ficken: Sie kommandierte irgendeinen fetten Geschäftsmann eine halbe Stunde lang herum, verprügelte ihm den Arsch, wenn er zu lange brauchte, ihren Anweisungen zu folgen, um ihn dann, während er sich einen runterholte, zu beschimpfen, wie unartig er sei und wie wütend er sie mache.“

Das fünfte Zeichen

Das fünfte Zeichen

Das fünfte Zeichen

Jo Nesbø „Das fünfte Zeichen“
Verlag: ullstein / 2009
S. 241
„Doch er ging respektvoll mit ihr um, fast wie mit einer ebenbürtigen Person. Dabei hatte er genug Geld, um sie wie eine der Prostituierten auf der Perlova zu behandeln.“

S. 246 f.
„Kurz bevor sie ihm begegnet war, hatte sich ein amerikanischer Geschäftsmann bei einem Besuch in Prag in sie verliebt. Sie war ihm von seinem Prager Geschäftspartner, einer Arzneimittelfirma, als Geschenk gekauft worden. Er war ein süßer, unschuldiger, etwas dicklicher Mann, und er wollte ihr alle Wünsche erfüllen, wenn sie nur mit ihm nach Los Angeles käme. Natürlich hatte sie ja gesagt. Doch als sie es Tomas erzählte, ihrem Zuhälter und Halbbruder, war der sofort zu dem Amerikaner ins Zimmer gestiefelt und hatte ihn mit einem Messer bedroht. Der Amerikaner war am nächsten Tag abgereist, und sie hatte ihn nie wiedergesehen.“

S. 366
„[…] Sie war sechsundzwanzig Jahre jünger als ich, hatte mehr Stil, als ich jemals haben werde, und – das Wichtigste – sie brauchte mich nicht. Sie hätte problemlos weiter in ihrem Beruf arbeiten können, von dem ich angeblich nichts weiß. Deutsche Geschäftsmänner auszupeitschen und es ihnen mit dem Mund zu machen.«“