Wolfsfährte

Wolfsfährte

           Wolfsfährte

Craig Russel „Wolfsfährte“
Verlag: Bastei Lübbe / 2010 / eBook
S. 71 (von 549)
„Fabel seufzte. Der Handel mit jungen Frauen aus Russland, dem Balkan und anderen Ländern östlich des vermögenden Westens war in Hamburg zu einem brennenden Problem geworden. Angelockt durch das Versprechen, als Model oder Hausangestellte arbeiten zu können, wurden diese Frauen und Mädchen als rechtlose Sklavinnen in die Prostitution verkauft.“

S. 177 (von 549)
„Fabel atmetete tief durch und las die Aktennotizen, die man aus Kassel gefaxt hatte. Die Eltern waren Junkies und finanzierten ihre Sucht durch kleine Diebstähle. Die Mutter hatte sich manchmal prostituiert.“

S. 185 f. (von 549)
„»Ja, Herr Hauptkommissar.« Sie stutze. »In dem Kasseler Bericht heißt es, dass die Mutter ab und zu als Prostituierte gearbeitet hat. Meinst du, dass sie vielleicht zur Zuhälterin ihrer eigenen Tochter geworden ist? Schließlich wissen wir, dass Martha sexuelle Partner hatte.«“

S. 326 f. (von 549)
„Max war Künstler. […] Deshalb war Max auch so sauer darüber, dass er jetzt bei der Arbeit einen Riesenständer bekam. […] Dabei wäre er ganz sicher nicht bereit gewesen, es zu dieser abendlichen Stunde auf den rasierten Schamhügel der Hure zu tätowieren, hätte ihn nicht einer seiner allerbesten Kunden angerufen und ihn gefragt, ob er um 22 Uhr bei Max vorbeikommen könne. Da er ohnehin bis dahin herumhängen musste, dachte er, er können genauso gut etwas Geld verdienen, als die Nutte an der Tür auftauchte. […]
Das Mädchen kicherte wieder. »Weißt du, Schatz, wir könnten uns wegen der Bezahlung was einfallen lassen. Ich kann’s nämlich gut auf Französisch…«
Max blickte hinauf in ihr Gesicht. Sie konnte nicht älter als neunzehn Jahre sein.“

S. 353 (von 549)
„»[…] Dann erhielten diejenigen, die nicht in die Zünfte von Altona oder Hamburg aufgenommen wurden, die Erlaubnis, ihr Gewerbe hier auszuüben. Unter ihnen waren die Taumacher oder Reepschläger, die der Reeperbahn ihren Namen verliehen. […] Aber auch andere Gewerbe wurden von dieser großen Freiheit angezogen und gediehen in dem Gebiet. Das waren beispielsweise die Gewerbe der Prostitution und der Pornografen. […]“

S. 444 (von 549)
„Lina Ritter zwängte sich in das Kostüm und gelangte zu der Einsicht, dass sie allmählich zu alt für dieses Geschäft wurde. Nein, sie war schon zu alt dafür. Seit fünfzehn Jahren war dies ihr Beruf, und nun, mit vierunddreißig, hatte sie genug. Das war eine Sache für jüngere Frauen. Sie musste sich zunehmend »spezialisieren«, was bedeutete, auf die absonderlichen Wünsche bestimmter Kunden einzugehen. Die Rolle der Domina passte besser zu ihr, außerdem brauchte sie meistens niemanden zu ficken: Sie kommandierte irgendeinen fetten Geschäftsmann eine halbe Stunde lang herum, verprügelte ihm den Arsch, wenn er zu lange brauchte, ihren Anweisungen zu folgen, um ihn dann, während er sich einen runterholte, zu beschimpfen, wie unartig er sei und wie wütend er sie mache.“

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